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Konjunkturaufschwung sorgt für verbessertes Zahlungsverhalten und deutlich weniger Firmenpleiten

Mit je gut 39.000 Unternehmensinsolvenzen in den Jahren 2003 und 2004 war Deutschland von einer Pleitewelle gezeichnet. Seit 2005 sind die Zahlen jedoch rückläufig und die Prognose des Bundesverband Deutsche Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) sieht mit rund 25.000 Firmeninsolvenzen für 2007 deutlich besser aus. In der Umfrage des BDIU unter den Mitgliedsunternehmen geben 25 Prozent an, dass sich das Zahlungsverhalten bei gewerblichen Schuldnern gebessert habe. Die positive konjunkturelle Entwicklung zeigt Wirkung.

Das Gesetz zur Vereinfachung des Insolvenzverfahrens vom 13.04.07 enthält u. a. einige Änderungen und gilt weitgehend für alle ab dem 01.07.07 eröffneten Insolvenzen, allein die Neuregelungen für die Veröffentlichungen im Internet finden Anwendung auf alle Insolvenzverfahren. Wesentliche Änderungen:

Erleichterte Fortführung des Unternehmens im Eröffnungsverfahren. Vorläufige Insolvenzverwalter erhalten bessere Möglichkeiten, z. B. sicherungsübereignete Betriebsmittel, die zur Fortführung des Betriebes von wesentlicher Bedeutung sind, in Unternehmen zusammen zu halten. Die gesicherten Gläubiger erhalten Zinsen und Entschädigung für Wertverluste.

Die Reform fördert unternehmerische Eigeninitiative des Schuldners im Insolvenzverfahren. Der Schuldner soll motiviert werden eine selbständig Tätigkeit aufzunehmen oder weiter auszuüben. Um die Rechte der Gläubiger zu sichern, ist auf Antrag der Gläubigerorgane eine Kontrolle des Insolvenzgerichts möglich. Aus Einkünften müssen die Teile  an die Insolvenzmasse abgeführt werden, die pfändbar wären, wenn es sich um Arbeitseinkommen handelte.

Das Gesetz sorgt für mehr Transparenz bei der Auswahl des Insolvenzverwalters durch das Gericht.

In Insolvenzsachen soll als Regelfall nur noch eine elektronische Bekanntmachung im Internet stattfinden. Sämtliche Insolvenzbekanntmachungen werden auf der bundeseinheitlichen Internetplattform dokumentiert. Hier lohnt es sich für jeden Gläubiger, einen Blick auf die Internetseite www.insolvenzbekanntmachungen.de zu werfen.

 

Negativtrend bei den Verbraucherinsolvenzen hält an

 

Im Gegensatz zu den guten Prognosen der Unternehmensinsolvenzen steht die Prognose zu den Verbraucherinsolvenzen. Während die Anzahl 1999 noch bei 3.357 lag, ist sie über den letzten Jahren stetig angestiegen und lag im vergangenen Jahr bei rund 93.000. In diesem Jahr erwartet der BDIU einen weiteren Anstieg um fast 40 Prozent auf rund 130.000 Insolvenzen. Zwar gibt es nach Erfahrung der Inkassounternehmen viele Gründe für Überschuldung, häufig sind es aber unvorhergesehene Lebensumstände wie Arbeitslosigkeit, Ehescheidungen oder plötzliche schwerwiegende Krankheit die dazu führen, dass Betroffene  eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Sehr oft liegt es aber auch an der mangelnden Kompetenz in Finanzfragen. Der BDIU fordert daher mehr Aufklärungsarbeit um vor allem auch jungen Menschen das nötige Finanzwissen zu vermitteln, denn jedem muss klar sein: Wer Rechnungen nicht oder zu spät bezahlt, bringt das entsprechende Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten – und gefährdet letztendlich Arbeitsplätze.

 

Sie haben offene Forderungen? Sprechen Sie uns an unter info@inkasso-varel.de.

 

 

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