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BDIU: Forderungssicherungsgesetz muss kommen

Im Vergleich der Wirtschaftsbereiche sind es vor allem die Handwerker, die besonders lange warten müssen, bis ihre Rechnungen bezahlt werden. Diese Tendenz hat sich in den vergangenen Monaten nach Erfahrung der Inkassounternehmen sogar noch ein wenig verstärkt. In der Herbstumfrage ist jetzt das Handwerk die Branche, die die größten Probleme mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden hat (63 Prozent der BDIU-Unternehmen haben eine entsprechende Angabe gemacht). Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Dienstleistungsbranche (57 Prozent) und das Baugewerbe (54 Prozent). In den vergangenen Jahren hatte traditionell das Baugewerbe diese Spitzenposition inne. 

Helfen könnte den Handwerkern das sogenannte Forderungssicherungsgesetz. Schon vor einem Jahr hatten BDIU-Präsident Stephan Jender und Otto Kentzler, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, dessen zügige Verabschiedung auf einer gemeinsamen Pressekonferenz gefordert. „Passiert ist seitdem jedoch nichts“, beklagt Jender. Dabei könnte das Forderungssicherungsgesetz die rechtliche Position von Handwerksbetrieben gegenüber zahlungssäumigen Schuldnern deutlich stärken. Es sieht unter anderem vor, dass ein Handwerker Abschlagszahlungen von seinem Kunden einfordern kann, noch bevor ein Teilauftrag in sich abgeschlossen ist. Außerdem können Subunternehmer ihren Werklohnanspruch gegenüber dem Generalunternehmer unter erleichterten Voraussetzungen realisieren. Einbehaltene Beträge, die der Auftraggeber über die Nachbesserungskosten hinaus nicht auszahlen muss, um den Handwerker zur Mängelbeseitigung zu veranlassen, dürften laut dem Gesetz nicht mehr das Dreifache, sondern nur noch maximal das Doppelte der Kosten betragen. „Mit diesen Änderungen ließen sich sicherlich nicht alle Zahlungsprobleme im Handwerk grundsätzlich beseitigen“, schränkt Jender ein. „Aber es würde doch dazu beitragen, eine durch Zahlungsausfälle besonders gefährdete Branche zukunftssicherer zu gestalten. Das Handwerk ist immerhin das Herz der Wirtschaft und der Motor unserer guten Konjunktur.“

Jender weiter: „In guten wirtschaftlichen Zeiten gilt es, sich wetterfest für eine mögliche konjunkturelle Eintrübung zu machen. Die Politik sollte das jetzige gute wirtschaftliche Klima nutzen. Sie sollte öffentlichen Verwaltungen Rechtssicherheit verschaffen, damit sie ihr Forderungsmanagement zumindest teilweise auslagern können – so stärken sie ihre Liquidität nachhaltig. Ein zügiges Verabschieden des Forderungssicherungsgesetzes würde darüber hinaus den vielen Handwerkerbetrieben, die die Wirtschaft in den Städten und Gemeinden überall in Deutschland prägen, bei der Existenzsicherung helfen und dem aktuellen Aufschwung ein noch stabileres Fundament verschaffen.“

 

Quelle: Informationen zur Pressekonferenz des Bundesverbandes deutscher Inkasso-Unternehmen e. V., Berlin vom 08.11.2007

 

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